Die Promoterin
von Meg Ryan


 
Technischer K.O.
• • • • •   (bewertet mit 3 von 5 Punkten)

Meg Ryan unternimmt einen erneuten Versuch, dass ihr ständig angelastete Image des süßen Hollywoodblondchens loszuwerden; abschütteln kann sie es mit "Die Promoterin" nicht.

Ihre Darstellung der toughen Box-Promoterin Jackie Kallen, die sich in der männerdominierten Boxwelt behaupten und durchsetzen will, ist zwar teilweise überzeugend, doch die Toughness und Kompromißlosigkeit, welche die wirkliche Jackie Kallen damals unter Beweis stellen mußte, wird in keiner Szene des Films deutlich, sondern wird - viel schlimmer noch - am Ende in einem typisch versöhnlichen Ende a la Hollywood völlig verklärt.

Wenn man sich die im Bonuspaket enthaltene Kurzdoku "Jackie Kallen - Now and Then" anschaut und den Worten der echten Jackie Kallen lauscht, hat man am Ende ein ziemlich genaues Bild davon, wie ein weiblicher Boxpromoter in Charakter und Person geschaffen sein muß, um 3 Weltmeister in unterschiedlichen Gewichtsklassen hervorzubringen. Nimmt man noch das Interview mit Drehbuchautorin Cheryl Edwards (Safe the last Dance) hinzu, wird schnell klar, dass die Filmfigur "Jackie Kallen" (leider) sehr wenig mit der echten Jackie Kallen zu tun hat. Ein Kompromiss, der weder Meg Ryan als Schauspielerin noch dem realen Vorbild des Films zu Ehren gereicht. Am Ende vermisst man die letzte Konsequenz des Filmes und wird das Gefühl nicht los, dass man mit Meg Ryan vielleicht die falsche Schauspielerin für den Job engagiert hat.

Begeistern tut da schon eher der Rest des Ensembles, allen voran Omar Epps als geläuterter Dealer "Luther Shaw", der sich, unsicher seiner Talente als Boxer, unter Jackies Fittiche begibt, um von ihr erfolgreich als kommender Weltmeister aufgebaut zu werden. Auch Tony Shalhoub als manipulierender Boxpromoter "LaRocca" und Regisseur Charles S. Dutton in seiner Rolle als Trainer "Felix Reynolds" wissen zu überzeugen.

Das Bonuspaket lässt nichts zu wünschen übrig. Zu der bereits erwähnten und interessanten Kurzdoku "Jackie Kallen - Now and Then" gesellen sich ein "Making Of", Interwies mit den Schauspielern und Drehbuchautorin Cheryl Edwards und die standardmäßigen Audiokommentare.

Fazit: Eine Links-Rechtskombination für das Drehbuch und ein technischer K.O. für Meg Ryan strecken "Die Promoterin" zu Boden. Schade um die interessante Story.
Eine Rezension von milet "milet27"
vom 19. Dez. 2004
Kundenrezensionen:
3. kein typischer Meg Ryan Film
2. Technischer K.O. (die aktuell angezeigte Rezension)
1. Meg Ryan boxt sich durch
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