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Einfach verständliche Theorie für ebensolche Praxis
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Alle meine Rezensionen ansehen (REAL NAME) Rezension bezieht sich auf: Lean Software Development: An Agile Toolkit for Software Development Managers (Taschenbuch) Mary und Tom Poppendieck haben es geschafft, agile Vorgehensweisen auf ein einfach verständliches Podest von theoretischen Grundlagen zu heben.
Sie gehen von Prinzipien des "Lean Manufacturing" aus, übersetzen die Prinzipien in die Domäne der Anwendungsentwicklung. Sie weisen explizit darauf hin, dass ein einfaches Übernehmen der Praktiken aus anderen Domänen nur fehlschlagen kann, und geben sich deshalb viel Mühe, die richtigen Analogien für Praktiken aus dem Lean Manufacturing in der Anwendungsentwicklung zu finden.
Wenn das jetzt sehr kompliziert klingt, so ist es das Buch dafür überhaupt nicht. In sieben Kapiteln werden die "Lean Principles" vorgestellt: 1. Eliminate Waste (whatever gets in the way of rapidly satisfying a customer need is waste) 2. Amplify learning (Development is an exercise in discovery, while production is an exercise in reducing variation) 3. Decide as late as possible (Delaying decisions is valuable because better decisions can be made when they are based on fact, not speculation) 4. Deliver as fast as possible (Design, implement, feedback, improve. The shorter these cycles are, the more can be learned.) 5. Empower the team (lean practices use pull techniques to schedule work and contain local signaling mechanisms so workers can let each other know what needs to be done.) 6. Build integrity in (Integrity comes from wise leadership, relevant expertise, effective communication, and healthy discipline.) 7. See the whole (When individuals or organizations are measured on their specialized contribution rather than overall performance, suboptimization is likely to result.)
Es gibt viele einleuchtende Analogieschlüsse und Erklärungen, die so manches Aha-Erlebnis hervorrufen. Ein Beispiel dazu: Der Durchsatz eines Systems hängt von der Größe der Pakete ab. Kleinere Pakete (= kürzere Servicezeiten) bedeuten gemäß der Warteschlangentheorie, dass das System kürzere Antwortzeiten hat, weil sich die Wartschlangen des Systems nicht aufschaukeln. Das ist halt einmal so. Übertragen auf Anwendungsentwicklung heißt das, dass man in kurzen Iterationen schneller mehr Funktionalität umsetzen kann als in längeren Iterationen, d.h. die Produktivität lässt sich dadurch einfach steigern.
Schritt für Schritt lernen die Autoren dem Leser die Bausteine des agilen Baukastens: Seeing Waste, Value Stream Mapping, Feedback, Iterations, Synchronization, Set-Based Development, Options Thinking, Last Responsible Moment, Making Desicions, Pull Systems, Queuing Theory, Cost of Delay, Self Determination, Motivation, Leadership, Expertise, Perceived Integrity, Conceptual Integrity, Testing, Refactoring, Measurements, and Contracts
Jedes dieser Themen ist spannend erläutert und mit vielen Literaturhinweisen versehen.
Eine Rezension von Ein Kunde
vom 7. September 2004 |